Brandmalerei: Anleitung und Fakten

Mittels Brandmalerei entstehen wahre Kunstwerke z.B. auf Leder oder Holz, indem in diese Werkstoffe Strukturen und Muster eingebrannt werden. Doch wie genau funktioniert Brandmalerei? Was benötigt man zum „Malen per Brand“? Um die Brandmalerei gerade auch für Anfänger verständlich zu machen hier einige Erklärungen und Tipps zum Thema:

Was genau ist Brandmalerei?

Unter Brandmalerei versteht man grundsätzlich das Verzieren fester Untergründe mit erhitzten, meist glühenden Metallstiften oder -werkzeugen, um ein Muster in das zugrundeliegende Material zu brennen. Dabei werden die folgenden Materialien besonders häufig als Grundlage gewählt:

  • Holz
  • Leder
  • Samt
  • Stoff
  • Kork

Die Brandmalerei ist eine traditionelle Volkskunst, die früher mit einfachen Lötkolben durchgeführt, heute existieren dafür spezielle Brennmalkolben, die elektrisch beheizten Brennstifte oder -stempel sind. Der Aufbau ist einem Lötkolben ähnlich. Bei der auch Pyrographie genannten Kunst werden die Materialien durch Brandspuren verziert. Das aus dem Griechischen entlehnte Fremdwort für Brandmalerei setzt sich aus „pyr“ für Feuer und „graphie“ für Schreibkunst zusammen.

Brandmalerei schon im alten Ägypten

Die Brandmalerei lässt sich zurückverfolgen bis ins alte Ägypten, wo man sich schon dieser Feuerkunst bediente. Damals musste man die Metallspitzen noch im Feuer erwärmen.

Das Werkzeug brauchst Du zur Brandmalerei!

Das Schöne an der Brandmalerei ist, dass man keine teure Ausstattung für sein Hobby benötigt, sondern mit geringen Investitionen sein Hobby starten kann.

Das wohl wichtigste Werkzeug für die Brandmalerei ist der Brandmalkolben als Brennwerkzeug. Diesen kann man in unterschiedlichen Ausführungen kaufen. Während Einsteiger oft einfache Brandmalkolben kaufen, die direkt an die Steckdose angeschlossen werden und nur über einfache oder gar keine Temperaturregelung verfügen, arbeiten Profis mit sogenannten Brennstationen, bei der der Brandmalkolben mit einem Trafo verbunden ist, der die Stromzufuhr und damit die Brenntemperatur regelt. Ein Halter nimmt das Brandwerkzeug auf, wenn es gerade nicht in Betrieb, aber noch heiß ist.

Das eigentliche Brennelement, welches die Brandspuren im Material hinterlässt, kann verschiedene Formen haben und wird in unterschiedlichsten Ausführungen als Formspitzen oder Brennschleifen angeboten. Dies ist meist auch bei einfachen Kolben bereits austauschbar, um unterschiedliche Formen auf dem Material, wie z.B. Leder oder Holz zu hinterlassen.

Wichtig ist auch, dass man eine feste, optimalerweise nicht brennbare Unterlage für sein Werkstück benutzt, um Missgeschicke zu vermeiden.

Neben dem Material, was man als Grundlage benötigt (z.B. Holz oder Leder) ist häufig ein Stück Schmirgelpapier hilfreich, um die Oberflächen leicht anzurauen, was den Brennprozess bei der Brandmalerei vereinfacht. Für den Wechsel der Brennspitzen empfiehlt sich eine Zange (z.B. Kombizange) mit isolierten Griffen. Zum Reinigen der Brennspitzen nach Gebrauch ist eine Bürste, z.B. eine Holzbürste mit Messing-Borsten hilfreich.

Um richtig loslegen zu können, braucht man also für die Brandmalerei:

  • Brandmalkolben oder Brennstation (mit Trafo)
  • Diverse Formspitzen und Brennschleifen
  • Unterlage
  • Schleifpapier/Schmirgelpapier
  • Zange
  • Bürste mit Metallborsten
  • Werkstoff, den man bearbeitet (z.B. Holz oder Leder)

Freunde absoluter Sicherheit arbeiten nur mit hitzebeständigen Handschuhen, um Verbrennungen an der Hand auszuschließen, die bei vorsichtigem Umgang aber eigentlich nicht passieren sollten.

Brandmalkolben

Ein vernünftiger Brandmalkolben ist die Basis für jede Brandmalerei. Brandmalkolben mit einer Leistung von mindestens 60 Watt bieten die Voraussetzung für gelungenes Arbeiten – auch wenn man später professioneller wird. Für den Anfang oder einfache Ansprüche reichen aber auch Brandmalkolben mit geringerer Wattzahl. Häufig erwerben Beginner der Brandmalerei ganze Sets, in denen neben dem Brandmalkolben auch direkt eine Auswahl an Brenn- und Lötspitzen dabei ist. Die Brandmalkolben werden manchmal auch „Brenn Peter“ genannt, wobei das eigentlich nur die Markenbezeichnung eines Herstellers ist, die mittlerweile von einigen so verwendet wird wie andere „Tempo“ für ein Papiertaschentuch verwenden.

Bei den Brandmalkoben gibt es zwei Grundtypen:

  • „Nur“-Brandkolben, an dessen Kabelende der Stecker für die Steckdose sitzt und der deshalb häufig keine Temperaturregelung besitzt.
  • Brandkolben als Systembestandteil einer Brennstation. Manchmal auch als Brandapparat bezeichnet. Hier ist zwischen Brandmalkolben und Steckdose ein Trafo zwischengeschaltet, über den sich die Temperatur des Brandmalkolbens komfortabel steuern lässt.

Brennschleifen für die Brandmalerei

Am Markt existiert ein breites Angebot für Brennschleifen, mit denen man den Brandmalkolben betreiben kann: Von der einfachen Spitze, die gebogen oder abgerundet ist über die Löffelschleife bis hin zur Schattier-Schleife und Klingen-Schleife.

  • Mit einer „normalen“ Brennspitze, die abgerundet ist, kann man vielseitig arbeiten ohne irgendwo hängen zu bleiben. Sowohl Schriften wie auch Muster sind möglich
  • Mit einer Löffelschleife gelingen auch Schattierungen und das Tönen bestimmter Bereich auf dem Material. Die dünne Kannte der Löffelschleife kann man auch zum Erzeugen von Gitterlinien oder gemusterten Schattierungen verwenden.
  • Mit Schattierschleifen erzeugt man wegen des breiten Profils eine ziemlich große Kontaktfläche, was schnelle Schattierungen ermöglicht.
  • Klingen-Brennschleifen haben eine gerade Kante und sehen aus wie eine schräge Schleife. Wer scharfkantige Linien oder Texte erzeugen will, ist damit gut bedient. Diese Schleifen sehen fast aus wie ein Skalpell oder Teppichmesser
  • Motiv-Brennschleifen ermöglichen das direkte Brennen bestimmter Motive

Beim Kauf von Brennschleifen muss man darauf achten, dass sie auch für den genutzten Brandkolben-Typen passen, da unterschiedliche Systeme am Markt existieren.

Schablonen für Brandmalerei

Nicht jeder kann von Anfang an freihändig die schönsten Muster fertigen, manche Muster haben sich auch bewährt oder sollen immer gleichartig aussehen: Dafür eignen sich Brandmal-Schablonen bestens. Diese sind neben Vorlagen für die Brandmalerei eine schöne Hilfe, um gelungene Motive auf Leder, Holz oder anderen Grundlagen zu fertigen.

Die meisten Schablonen für die Brandmalerei bestehen aus Kunststoff, weswegen man nicht direkt durch die Schablonen brennen sollte, sondern die Schablone zunächst zum Übertragen des Musters auf den Werkstoff (z.B. mit einem Bleistift) nutzt und dann brennt. Ansonsten schmilzt die Kunststoff-Schablone bei Kontakt mit dem Brandmalkolben.

Alternative zum Einstieg: Brandmalerei-Set

Wer sich neu mit dem Thema Brandmalerei beschäftigen möchte, für den können Brandmalerei-Sets eine günstige Gelegenheit sein, in das Hobby einzusteigen. Hier spart man in der Regel gegenüber dem Einzelkauf der Bestandteile richtig Geld und kann gleich loslegen. Häufig werden in Brandmalerei-Sets z.B. ein Brandmalkolben, ein Ständer, verschiedene Brennspitzen, eine Bürste und manchmal auch schon die ersten Übungsgegenstände wie ein Frühstücksbrettchen oder ein Holzlöffel kombiniert. Solche Sets sind auch als Geschenk für Kinder, die das unter Aufsicht ausüben können, eine willkommene Abwechslung und wecken die Kreativität des Kindes.

Brandmalerei: Schritt für Schritt Anleitung

Wer sich der Brandmalerei widmet, wird im Regelfall immer gleich vorgehen und dabei verschiedene Phasen durchlaufen:

Phase 1: Zurechtlegen der benötigten Werkzeuge und Materialien

Legen Sie sich alles zurecht, was Sie benötigen: Holz oder Leder, Brandmalkolben, ggf. Schablone und Stift, Schleifpapier (bei Holz)

Phase 2: Feinschliff

Wenn Sie mit Holz arbeiten, sollten Sie das Material feinschleifen, dann arbeitet es sich hinterher leichter. Entweder mit feinkörnigem Schleifpapier per Hand oder aber auch mit einem Exzenterschleifer

Phase 3: Motiv auf das Objekt übertragen

Mit einem Stift von einer Vorlage oder durch eine Schablone das Motiv auf das Werkstück übertragen, damit Sie wissen, wo sie später den Brandmalkolben ansetzen müssen. Dazu ist Pauspapier oder Kohlepapier besonders nützlich, um das Motiv schnell auf das Werkstück zu fixieren.

Phase 4: Brandmalkolben aufwärmen

Spätestens jetzt sollten Sie den Brandmalkolben an das Stromnetz anschließen, damit er aufwärmt

Phase 5: Konturen zeichnen

Ist der Brandmalkolben erhitzt, geht es los: Zuerst sollten Sie mit dem Brandmalkolben die Konturen auf dem Werkstück nachzeichnen. Arbeiten Sie dabei immer von oben nach unten und halten den

Kolben ähnlich wie einen Stift. Wer wenig Druck auf das Werkstück ausübt, wird auch keine tiefen Brandmale auslösen.

Phase 6: Schattierungen nachziehen

Nachdem Konturen gezeichnet sind, können Sie nunmehr die Schatten und Füllungen mit dem Brandmalkolben zeichnen, dazu eignen sich flache Brennschleifen am besten. Bei Fertigungen von Schattierungen sollte man den Kolben möglichst flach halten.

Phase 7: kleine Fehler ausmerzen

Sollten kleinere Fehler passiert sein, könnten Sie diese ggf. jetzt mit feinem Schleifpapier (z.B. 100er) wegschleifen. Dabei nicht zu tief und fest schleifen, sonst gibt es Löcher.

Phase 8: Feinkorn-Schliff

Ganz leicht über das Gesamtbild schleifen, dabei sehr feines Schleifpapier (z.B. 180er) verwenden und auch nur leicht schleifen. Anschließend den Feinstaub durch Pusten oder Saugen und Wischen mit einem Tuch entfernen.

Phase 9: Finish

Wer möchte, kann jetzt noch ein Finish mit Öl, Lack oder Wachs anbringen, damit das Werkstück geschützt wird. Geeignet sind z.B. Holzöle oder Schellack. Anschließend trocknen lassen. FERTIG

Das richtige Holz für Brandmalerei

Für die Brandmalerei sind alle hellen Hölzer wie Ahorn, Birke, Linde, Gelbkiefer und Pappel gut geeignet. Weil diese Hölzer weich sind und eine glatte Struktur haben, ist hier das Brandmalen relativ einfach. Weil das Holz hell ist, wirkt das Brandgemalte auch sehr schön kontrastreich. Zusammenfassend lässt sich sagen:

Hölzer gut geeignet für Brandmalerei:

  • Pappel
  • Gelbkiefer
  • Linde
  • Birke
  • Esche

Hölzer weniger geeignet für Brandmalerei:

  • Eiche (zu hart und zu gemasert)

Weiche Hölzer sind grundsätzlich besser geeignet als harte Hölzer. Im Prinzip ist jedes weiche Holz, welches ein helles Aussehen hat, geeignet. Dunkle und harte Hölzer sind eher weniger geeignet, da nur sehr schwer mit dem Brandmalkolben zu bearbeiten. Überdies würden bei dunklen Hölzern die gemalten Motive weniger gut zur Geltung kommen.

Grundsätzlich sollte man nur unbehandeltes Holz für Brandmalzwecke verwenden, da ansonsten bei der Bearbeitung mit dem Brandmalkolben ggf. giftige Dämpfe auftreten können – oder aber die Oberfläche ungewollte Veränderungen bei Hitzeeinwirkung aufweist.

Brandmalerei: Kostenlose Vorlagen

Im Internet kann man zahlreiche Vorlagen zum Brandmalen herunterladen oder kaufen. Wer auf Motivsuche ist, sollte durchaus auch einmal einen Blick auf die Plattform Pinterest werfen, wo immer wieder schön Vorlagen für die Brandmalerei auftauchen, so z.B. hier: Brandmalvorlagen Pinterest

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*